Zen

  • Autor: Vários
  • Narrador: Vários
  • Editor: Podcast
  • Duración: 174:38:16
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Sinopsis

Der Podcast von Choka Sangha

Episodios

  • Z00265 Seijos Seele ist von ihrem Sein getrennt. (Zentag Niederrhein 21.03.2026)

    22/08/2026 Duración: 36min

    Ausgehend vom Koan 35 des Mumonkan beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa mit der oft schmerzhaften Spaltung zwischen unserem angepassten Selbst und unserer lebendigen inneren Wahrheit. Wer sind wir wirklich – jenseits der Rollen, Erwartungen und Geschichten, die wir über uns selbst erzählen? Wie erwachen wir aus dem Wachkoma des Funktionierens? Anhand der rätselhaften Geschichte von Seijo wird deutlich, dass innere Heilung dort geschieht, wo verdrängte Erfahrungen gesehen, angenommen und mit Mitgefühl gehalten werden. Einfühlsames Zuhören kann dabei zu tiefgreifenden Wandlungen führen und abgespaltene Anteile wieder integrieren. Heilung geschieht jedoch nicht durch die Identifikation mit einer Seite, sondern durch die Fähigkeit, Gegensätze zu umfassen: Stärke und Verletzlichkeit, Persönlichkeit und Unpersönlichkeit, Anpassung und Freiheit. Wer die Welt annimmt, wie sie ist, kehrt zu seinem ursprünglichen Wesen zurück. Dieses Teisho wurde während eines Zen-Tages des Zenkreises Niederrhein (https://zen

  • Z00264 Baso und die hundert Verneinungen. (Sesshin 08.03.2026)

    08/08/2026 Duración: 25min

    Im 73. Fall des Hekiganroku bittet ein Mönch Zenmeister Baso um die endgültige Erklärung zur Bedeutung von Bodhidharmas Kommen aus dem Westen, die über die vier Lehrsätze und die hundert Verneinungen der buddhistischen Philosophie hinausgeht. Doch statt einer Antwort begegnen ihm Müdigkeit, Kopfschmerz und schließlich ein schlichtes Eingeständnis des Nichtwissens. Am Ende bleibt nur ein einfacher Satz: »Shisos Kopf ist weiß, Kais Kopf ist schwarz.« In diesem Teisho führt Christoph Rei Ho Hatlapa durch die philosophischen Hintergründe des buddhistischen Tetralemmas und der Lehre Nagarjunas vom Mittleren Weg und verbindet sie mit Einsichten aus dem Daoismus. Dabei wird deutlich, dass Zen die Wahrheit nicht in immer feineren philosophischen Unterscheidungen sucht. Vielmehr führt der Weg zurück zur unmittelbaren Wirklichkeit des Lebens selbst. Die Gedanken über Sein und Nichtsein, über Recht und Unrecht, über Ja und Nein verlieren ihre zwingende Macht, wenn wir den Drehpunkt des Dao entdecken. Jenen Ort, an dem

  • Z00263 Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? (Sesshin 07.03.2026)

    25/07/2026

    Im 58. Beispiel des Hekiganroku wird Meister Joshu gefragt, warum er den Satz: »Der wahre Weg ist nicht schwer; er verabscheut nur Wahl und Festhalten«, so oft zitiere. Joshu entgegnet, dass er dafür keine Rechtfertigung habe. Was Wahl bedeutet und wie wir dem Anhaften entgehen können, ist ein wiederkehrendes Thema. Joshus Botschaft bleibt dabei stets dieselbe: Der wahre Weg (Dao) ist einfach, nur unser Denken macht ihn kompliziert. Steven Mitchell schreibt dazu in seinem Buch »The Second Book of the Dao«: »Wir glauben die menschliche Natur zu kennen. Doch was, wenn unsere liebsten Annahmen falsch sind? Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert?« In diesem Teisho stellt Christoph Rei Ho Hatlapa dem analytischen Verstand die Wahrnehmung mit dem Herzen zur Seite. Aus ihr erwachsen Mitgefühl und die Einsicht, dass wir nicht von den Wesen um uns herum getrennt sind. Die praktische Aufgabe besteht darin, immer wieder zu unserer eigenen Mitte zurückzukehren, auch wenn in uns viele unterschiedliche

  • Z00262 Wenn du erkennst, woher du kommst, wirst du von Natur aus tolerant. (Sesshin 17.01.2026)

    11/07/2026 Duración: 33min

    Ausgehend von Koan 6 des Hekiganroku entfaltet Christoph Rei Ho Hatlapa in diesem Teisho das Leben und Wirken des Zenmeisters Ummon, der für seine knappen Antworten bekannt war. Mit seinen wenigen Worten zielte er nicht darauf ab, etwas zu erklären. Vielmehr wollte er bei den Zuhörenden einen Durchbruch bewirken. So führt uns auch seine Koan-Aussage: »Jeder Tag ein guter Tag« mitten hinein in die Welt der Nicht-Dualität. Denn nur, wenn wir die gemeinsame Quelle aller Dinge erkennen und daraus Gelassenheit, Mitgefühl und innere Weite entstehen lassen, können wir dem Leben mit all seinen hellen und dunklen Seiten wirklich begegnen. Dabei hilft die Zazen-Übung. Sie befreit den Geist von unnützen Gedanken und schenkt dem Herzen Frieden. Ein ruhiger Geist beobachtet zunehmend das Treiben der Wesen und betrachtet ihre Rückkehr zur Quelle. Denn wer erkennt, woher er kommt, kann gelassen mit allem umgehen, was das Leben bringt – und verkörpert, wenn der Tod kommt, Ummons goldene Brise. Um für junge Erwachsene den Au

  • Z00261 Wie gelangt ihr dorthin, wo es keinen Grashalm in 10000 Meilen gibt? (Rohatsu 05.12.2025)

    27/06/2026

    In dem geschützten Raum eines Sesshin ist es leicht zu erkennen, dass die mitunter täuschend echten Bilder, die wir sehen, unserem Geist entspringen und Trugbilder sind. Zurück im Alltag aber erscheint Tōzan Ryōkais Appell aus Koan 161 des Shūmon Kattōshū jedoch wie ein frommer Wunsch: Geht dorthin, wo es weit und breit keine Illusionen gibt! Daher erwidert Sekisō: »Warum sagtest du nicht: ›In dem Augenblick, in dem du das Tor hinter dir lässt, gibt es Gras?‹« Sobald wir den Tempel verlassen, sind wir von Verblendungen umzingelt. Andererseits sind gerade diese Umstände aber die Voraussetzung dafür, dass wir unseren irrtümlichen Vorstellungen auf die Spur kommen. C. G Jung nannte diese Trugbilder Projektionen. Sie verdunkeln die objektive Sicht andere Menschen und verhindern echte menschliche Beziehungen. Ob diese Schatten allerdings zu Freunden oder Feinden werden, hängt jedoch von uns selbst ab. Als Menschen kommen wir in der Geborgenheit eines ungeteilten Universums an. Doch nach kurzer Zeit beginnt ein Soz

  • Z00260 Ein Gipfel ist nicht weiß (Rohatsu 04.12.2025)

    13/06/2026 Duración: 39min

    Im 15. Fall des Kattōshū fragt ein Mönch Tsao-shan Pen-chi: »Schnee bedeckt die tausend Berge, warum ist ein Gipfel nicht weiß?« Tsao-shan antwortet: »Du solltest den Unterschied innerhalb des Unterschieds erkennen.« Er fügt hinzu: »Er lässt sich nicht dazu herab, die Farbe der anderen Berge anzunehmen.« Christoph Rei Ho Hatlapa vergleicht die Berge mit meditierenden Mönchen und die weißen Gipfel mit ihren kahlen Köpfen. Doch warum ist ein Gipfel nicht weiß? Als der spätere Zen-Patriarch Hui Neng ins Kloster eintrat, unterschied er sich von den Mönchen nicht nur dadurch, dass er kleinwüchsig und Analphabet war, sondern auch dadurch, dass er die Zeichenlosigkeit der Zeichen im Sinne des Diamant-Sūtra unmittelbar erkannte und den Buddha in allen Dingen sah. Zeichen sind die Objekte unserer Wahrnehmung, die uns leicht täuschen können. Die Klarheit unserer Wahrnehmung hängt nicht davon ab, dass wir wie eine Kamera in die Welt blicken, sondern dass wir tiefer schauen. Weisheit im buddhistischen Sinn bedeutet Einsi

  • Z00259 Du bist Buddhas Knochen! (Rohatsu 02.12.2025)

    30/05/2026 Duración: 42min

    Der Buddhismus hat eine lange Reise hinter sich von den Universitäten Indiens über die Klöster Chinas bis hin zur heutigen Praxis. In diesem Teisho zeichnet Christoph Rei Ho Hatlapa diesen Weg nach und zeigt, wie aus einer monastischen Lehrtradition ein lebendiger, alltagsnaher Zen-Weg für Mönche, Laien und Frauen entstand. Dabei stellt er die Frage: Was heißt es, heute »Buddhas Knochen« zu sein – das Erwachen also nicht zu verehren, sondern zu verkörpern? Denn nur wenn der Geist des Buddha in uns lebendig bleibt, behält der Buddhismus seine Bedeutung. Anhand des Shinjinmei und Joshus Lehre wird deutlich, wie wählerische Wahl und Anhaften unseren Geist binden können. Dabei ist nicht das Wählen selbst das Problem, sondern das Festhalten, das Rechthabenwollen, das subtile Anhaften. Der beste Zustand ist jedoch kein asketisch abgehobener, sondern einer, in dem man nichts Besonderes mehr sucht und ununterscheidbar normal wird, eins mit Leiden und Freude, Alltag und Erwachen. Um für junge Erwachsene den Aufenthal

  • Z00258 Sei hellwach und lass dich nicht in die Irre führen! (Rohatsu 01.12.2025)

    16/05/2026 Duración: 39min

    In Koan 12 des Mumonkan sowie in Fall 11 des Kattōshō ruft Zuigan Gen Osho sich täglich selbst: »Meister!« – und antwortet: »Ja, Herr!« Durch dieses Rufen und Antworten schult Zuigan seine Präsenz und vervollkommnet seine Meisterschaft. »Übung ist Erleuchtung, Erleuchtung ist Übung«, beschreibt es Dōgen. In jedem von uns steckt von Anfang an ein Meister, zu dem wir uns bemühen, den Kontakt aufzunehmen. Oft halten wir ihn jedoch für eine abgehobene Instanz und verwechseln ihn mit dem inneren Erzieher oder den zahllosen anderen Aspekten unseres Ichs. Wir sind so sehr mit ihnen beschäftigt, dass die Ebene des inneren Meisters im Schatten bleibt. Erst wenn wir mutig vor unsere inneren Wächter hintreten und mit ihnen verhandeln, erfahren wir, was sie brauchen, damit sie uns vorbeilassen. Dieser Prozess ebnet nach und nach den Weg zum inneren Meister, sodass wir uns diese wunderbare Instanz in uns ergründen können. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie fi

  • Z00257 Zeichenlosigkeit erkennen und organische Liebe praktizieren. (Herbstmond-Sesshin 09.11.2025)

    02/05/2026 Duración: 49min

    In Abschnitt 5 des Diamant-Sūtras geht es darum, dass die wahre Natur des Tathāgata nicht durch äußere Zeichen oder Merkmale erfasst werden kann. Sie sind nur Oberfläche, die eigentliche Wirklichkeit liegt in der Zeichenlosigkeit. Ähnlich wie bei einer Rose, die nur im Kontext aller Nicht-Rose-Elemente wirklich verstanden werden kann, ist auch der Mensch nur vollständig zu sehen, wenn man seine Hintergründe, Geschichte und Beziehungen berücksichtigt. Das Festhalten an Zeichen führt zur Täuschung, während Einsicht und Verständnis für den Kontext die Wahrnehmung vertiefen. So erklärt der Buddha in Kapitel 25 des Diamant-Sūtras, dass es niemanden zu erlösen gibt, da keine getrennten Wesen existieren, die zu retten wären. Jeder Mensch ist sowohl gewöhnlich als auch Buddha, da alles aus den gleichen Elementen besteht und miteinander verbunden ist – als Teil des großen Gewebes. Diese organische Liebe im Alltag zu verwirklichen, bedeutet, im anderen sich selbst zu erkennen und die Dualität aufzulösen. Probleme, Leid

  • Z00256 Sesshin als Feld der liebenden Güte und inneren Metamorphose. (Herbstmond-Sesshin 08.11.2025)

    18/04/2026 Duración: 37min

    In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns dazu ein, die Teilnahme an einem Sesshin als einen Akt der Selbstliebe zu verstehen. Frühes Aufstehen, langes Sitzen und Schweigen wirken auf den ersten Blick zwar abschreckend. Doch genau in dieser Strenge liegt die Fürsorge, die es uns ermöglicht, uns nicht länger selbst aus dem Weg zu gehen, sondern zu erforschen, wer oder was wir jenseits unserer Geschichten wirklich sind. Dabei geht es nicht um Selbstbespiegelung, sondern um die Bereitschaft, sich im Zusammenhang der fünf Skandhas zu betrachten und zu erkennen, wie sehr das vermeintlich fixe Ich ein Prozess ist, der vom gesamten Kontext des Lebens bedingt ist. Shin’ichi Hisamatsu, der philosophische Lehrer von Ōi Saidan Roshi, vergleicht das wahre Selbst mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich als Schmetterling ihre Schale durchbricht. Dabei vereinigt sich die Raupe nicht mit dem Schmetterling, indem sie sich selbst aufgibt, sondern die Puppe verneint sich selbst, erlangt Freiheit von sich sel

  • Z00255 Der Geist ist ein Künstler. (Herbst-Sesshin 25.10.2025)

    04/04/2026 Duración: 33min

    Christoph Rei Ho Halapa beschäftigt sich in diesem Teisho mit der Beziehung von Bewusstsein und Materie im Kontext der Herausforderungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Insbesondere angesichts der Sorge, Maschinen könnten das menschliche Bewusstsein überflügeln oder gar übernehmen. In Fall 102 des Shūmon Kattōshū heißt es: »Der Geist ist wie ein Künstler, der unaufhörlich die fünf Skandhas hervorbringt. Es gibt nichts auf der ganzen Welt, das nicht vom Geist hervorgebracht wird.« Demnach geht alles Sein aus dem Bewusstsein hervor, als zwei untrennbare Aspekte der Wirklichkeit. Auch die Quantenphysik bestätigt diesen inneren Zusammenhang: Materie existiert nicht unabhängig vom Bewusstsein des Beobachters. Bewusstsein ist allerdings kein materielles Nebenprodukt, sondern ein eigenständiges, nicht reproduzierbares Phänomen auf Quantenebene. Daher können Maschinen niemals echtes Bewusstsein entwickeln, da ihnen eine »Innenseite« fehlt, also die Möglichkeit, Erleben oder Empfindung zu erfahren

  • Z00254 Was ist Zen? (Herbst-Sesshin 24.10.2025)

    21/03/2026

    In Fall 211 des Shūmon Kattōshū fragte ein Mönch: »Was ist Zen?« Touzi Datong antwortete: »Zen.« Der Mönch fragte weiter: »Was ist, wenn der Mond noch nicht voll ist?« Touzi sagte: »Ich schlucke drei oder vier Zehntel.« Gerade am Anfang erhofft man sich von seinem Zen-Lehrer Antworten auf die vielen Fragen, die man hat. Doch meist fallen diese eher einsilbig aus. Auch die Koan erscheinen uns je nach Lebenslage tiefgründig oder unverständlich, hilfreich oder abwegig. Beide zielen darauf ab, uns zu ermutigen, uns selbst zu erforschen, statt Antworten zu erwarten. Mit zunehmender Praxis wandelt sich das Verhältnis: Nicht mehr »wir üben Zen«, sondern »Zen übt mit uns« und wird zu einer lebendigen, lebenslangen Begleitung. Zen lehrt, dem Natürlichen zu folgen: weder zu erzwingen noch zu vermeiden, sondern das Leben in all seinen Formen anzunehmen – auch Beziehungen, Begehren und alltägliche Schwierigkeiten. Leben und Zen sind eins. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um

  • Z00253 Mayoku gräbt Unkraut aus. (Herbst-Sesshin 23.10.2025)

    07/03/2026

    In diesem Teisho über das Erwachen im Alltäglichen bezieht sich Christoph Rei Ho Hatlapa auf Koan 175 des Kattōshū. Darin möchte der Gelehrte Jushū Ryōsui von Meister Majoko belehrt werden. Doch statt mit ihm zu sprechen, beginnt Majoko wortlos, im Garten Unkraut zu jäten. Am nächsten Tag weist Majoko ihn erneut ab und fragt ihn schließlich durch die geschlossene Tür: »Wer ist da?« In diesem Moment erfährt Ryōsui eine tiefe Verwirklichung – er erkennt sein wahres Wesen. Wie Dogen es beschreibt, war er nach eingehender Selbsterforschung in der Lage, sich selbst zu vergessen. Er durchschaute sämtliche Identifikationen als Trugbilder und nahm das Selbstähnliche in allen Wesen wahr. Das ist ein großer Augenblick. Im Japanischen spricht man in diesem Zusammenhang von Kenshō. Was Ryōsui dorthin geführt hat, war kein Gespräch, sondern unmittelbares Erleben. Mayoku hat es ihm vorgemacht, wie man dem Buddha begegnet. Nämlich indem er Unkraut jätete. Im aktiven Samadhi strahlte er das Wesentliche aus. Und das tun wir a

  • Z00252 Wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. (Sesshin 07.09.2025)

    21/02/2026 Duración: 26min

    In diesem Teisho weist Christoph Rei Ho Hatlapa darauf hin, dass gerade unsere Alltagswelt am besten geeignet ist, uns mit unserer Buddha-Natur in Verbindung zu bringen. In den Vorträgen des Rinzai Roku, Abschnitt XII, heißt es dazu: »Für den Buddha-Dharma ist keine Mühe nötig. Ihr müsst nur normal sein und nichts tun. Seid Meister jeglicher Situation, und wo immer ihr steht, ist der rechte Ort. Obwohl ihr noch Überreste vergangener Verblendungen und Karmas mit euch tragt, so werden doch diese selbst zum Meer der Befreiung.« Rinzai lädt uns in diesem Abschnitt dazu ein, uns selbst zu vertrauen und im positiven Samadhi zu leben. Die Umstände formen uns, aber wir haben die Fähigkeit, meisterlich damit umzugehen, wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen. Handeln wir entsprechend, begreifen wir das Universum zunehmend als den wahren Körper der Wirklichkeit. Ohne Anfang und ohne Ende ist es eine leuchtende Perle. Mitten im Alltag sind wir geborgen im ewigen Feld des Stirb und Werde. Wenn wir uns selbst eine Ins

  • Z00251 Tatsächlich gibt es kein einziges Wesen, das zu erretten wäre. (Sesshin 05.09.2025)

    07/02/2026 Duración: 37min

    Diese Aussage des Diamant-Sūtras scheint dem Bodhisattva-Gelöbnis, alle Lebewesen zu erretten, zu widersprechen. In Abschnitt 25 heißt es jedoch: »Würde der Tathāgata meinen, dass es ein solches Wesen gäbe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.« Doch wie lässt es sich leben, ohne in die Getrenntheit verstrickt zu sein? Schließlich sind wir von Lebewesen mit einer Identität umgeben und nehmen sie auch so wahr. In der Blumenpredigt hält der Buddha schweigend eine Blume hoch. Damit weist er darauf hin, dass sie aus Nicht-Blumenelementen besteht und man sie aus diesem Grund als Blume bezeichnen kann. Tatsächlich hält der Buddha drei Blumen hoch: die Blume, die Nicht-Blume und die allumfassende Blume. Allerdings ist es nicht leicht, diese dreifache Dimension jedes Begriffs in der Praxis jederzeit präsent zu haben. Einerseits gibt es den Geisteszustand, in dem wir uns mit den anderen Wesen verbunden fühlen und mit der Buddha-Natur in Kontakt si

  • Z00250 »Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen« (Sommer-Sesshin 19.07.2025)

    24/01/2026 Duración: 33min

    Dieser Ausspruch von Hyakujō Ekai ist in Fall 125 des Shūmon Kattōshū festgehalten. Damit wehrte er sich gegen die Befreiung von der anstrengenden Gartenarbeit im hohen Alter. Für ihn war es von größter Bedeutung, Arbeit als zentrales Element des klösterlichen Lebensstils zu praktizieren. Daher verfasste er entsprechende klösterliche Regeln, die bis heute in Zen-Klöstern umgesetzt werden. Auch in der Choka Sangha sind Meditation und Samu Kernelemente der Praxis, die das Gemeinschaftsleben und damit den Gruppengeist stärken. Was im absoluten Samadhi der Meditation erfahren wird, drückt sich im positiven Samadhi bei der Arbeit aus. Die gemeinschaftliche Arbeit unterstützt die Sensibilisierung für andere und die gegenseitige Spiegelung. Gerade dieser Alltagsbezug ist einer der größten Schätze der Zen-Praxis. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank

  • Z00249 Dem duftenden Gras folgen… (Sommer-Sesshin 18.07.2025)

    10/01/2026 Duración: 49min

    In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa damit, wie wir die Zeichenlosigkeit im Alltag verwirklichen können. Er zeigt uns Wege, wie wir in der uns umgebenden Realität unterwegs sein können, ohne ständig etwas einzuordnen, und dabei trotzdem mit unserem jeweiligen Gegenüber in Verbindung bleiben. Bei dieser Herausforderung kann uns die Natur eine hervorragende Lehrmeisterin sein. Sie lädt uns ein, uns mit offenem Blick und ohne Einordnung in ihr zu bewegen. In Koan 36 des Hekiganroku unternimmt Chôsa einen solchen Spaziergang: Zunächst folgt er den duftenden Gräsern und kehrt auf der Spur der fallenden Blüten zurück. Um sich auf diese Weise mit offenem Blick und ohne Einordnung in die Natur hineinzubegeben, bedarf es eines tiefen Vertrauens in die Zeichenlosigkeit. Dieses Vertrauen können wir mit unserem Herzen aufbauen können, indem wir uns berühren und tragen lassen vom Meer der Mitwelt und so in einen mitfühlenden Kontakt zur Natur treten. Dabei sind wir nicht mit einem Ziel oder der Absic

  • Z00248 ToGenJi – Verborgene Pfirsichblüte (Sommer-Sesshin 17.07.2025)

    27/12/2025

    In Koan 8 des Kattōshū findet sich Reiun Zhigins Erleuchtungsvers: »30 Jahre lang suchte ich einen Schwertmeister. Wie oft sind Blätter gefallen und neue Knospen zum Vorschein gekommen. Aber seitdem ich die Pfirsichblüten gesehen habe, habe ich nie wieder gezweifelt.« Anscheinend ist es Reiun beim Betrachten der Blüte gelungen, gleichzeitig die Nicht-Blüte zu sehen. Indem er die vielen Elemente erfasste, die mit ihr in einem Bedingungszusammenhang stehen, erkannte er gleichseitig die Zeichenlosigkeit der Wirklichkeit. Allerdings ist diesem Erlebnis ein langer Prozess vorangegangen. Schon der Entschluss in ein Kloster zu gehen, wurde früher auf eine harte Probe gestellt. Und auch heute braucht es Vertrauen in den Weg, um sich der Zen-Praxis zu stellen und die Zweifel zu überwinden, denen jeder Übende begegnet. Dabei kann ein Zen-Meister unterstützen. Reiun ist allerdings einsam erwacht. Shin’ichi Hisamatsu bemerkte dazu: »Obwohl das einsame Erwachen ohne jeden Meister oftmals als unwahres Erwachen zurückgewies

  • Z00247 Frieden beginnt in dir. (Rohatsu 03.12.2025)

    13/12/2025 Duración: 44min

    Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von Drohnenangriffen und Aufrüstung berichtet wird. In vielen Koans ist ebenfalls von Schlägen und Stößen die Rede – etwa im Fall 100 des Hekiganroku, in dem ein Schwert den ganzen Himmel überschneidet, gegen das ein Haar geblasen wird. Doch wer im Zen-Kontext die todbringende Klinge und das lebenspendende Schwert führt, will damit keinesfalls sein Gegenüber verletzen. Das wahre Geheimnis der Kampfkunst besteht vielmehr darin, die Waffen im entscheidenden Moment ruhen zu lassen. Der wahrhaft reife Krieger hat den Mut, sich selbst kennenzulernen. Er stellt sich seinen inneren Drachen, verkörpert durch verdrängte Gefühlen und Gewaltimpulse, statt sie nach außen zu projizieren. Hass überwinden wir allein durch Liebe. Der wahre Feind ist der Irrglaube, vom Rest des Universums getrennt zu sein. Diesen Irrtum und die damit verbundenen Gierstrukturen gilt es im eigenen Herzen zu transformieren. Wer täglich übt, Unheilsames zu vermeiden, Heilsames zu verwirklichen un

  • Z00246 »Über den Himmeln und darunter bin ich allein der Geehrte.« (Sommer-Sesshin 16.07.2025)

    29/11/2025 Duración: 38min

    Fall 122 des Shūmon Kattōshū knüpft mit diesem Ausspruch Buddhas an die Legende zu seiner Geburt an. Dabei wies Buddha selbst immer wieder darauf hin, dass er ein Mensch sei und keine überirdische Gestalt. Er hatte besondere Einsichten, doch diese sind nicht exklusiv. Auch wir können diesen Weg gehen. Im vorliegenden Koan reagiert Zen-Meister Ummon dann auch entsprechend drastisch: Hätte er diesen Moment miterlebt, hätte er Buddha mit einem Stock erschlagen. Auch im Diamant-Sutra heißt es: Wer Buddha in Form oder Stimme sucht, wird ihn nicht finden. Denn äußere Merkmale sind letztlich Täuschungen. Wer aber die zeichenlose Natur der Zeichen erkennt, dem begegnet der Tathāgata. Denn die Wirklichkeit wird nicht in isolierten Formen, sondern im Zusammenhang aller Dinge erkannt. Darauf weist auch das berühmte Koan Mumonkan 6 hin, in dem Buddha eine Blume hochhält. Während die meisten nur eine Blume sehen, erkennen Buddha und Mahākāśyapa, dass diese Blume das ganze Universum enthält. Kompost, Sonne, Regen, Wind, Er

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